Eurythmie auf Skiern - Der Kosonant «P» 
 
 
   

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Textauszug aus dem Buch "Eurythmie auf Skiern"
gekürzt, o
hne Bilder, Skizzen, Ergänzungen und Literaturangaben

Zwei Vorübungen zur "P"-Gebärde
Stellen Sie sich entspannt und aufrecht hin. Die Beine stehen schulterbreit auseinander oder sogar ein wenig schmaler. Heben Sie die Arme in einem grossen Bogen seitlich bis auf Kopfhöhe. Die Handrücken schauen nach oben und spüren den Luftzug, der dabei entsteht. Die Ellenbogen sind beweglich und locker gebeugt. Oben wenden Sie die Handflächen so, dass sie nach links und rechts schauen, dann lassen Sie die Arme langsam wieder sinken und strecken sie dabei. Die Handflächen tasten während des Herunterkommens sachte nach aussen. Führen Sie das ein paarmal als Vorübung aus, um von den Unterarmen über die Handflächen bis in die Fingerspitzen für die Umgebung wach zu werden.

Jetzt beginnt die zweite Übung, bei der Sie das Heranziehen der Hände an den Körper probieren: Heben Sie zuerst die Hände links und rechts in etwas Abstand vom Kopf auf Scheitelhöhe. Ihre Oberarme zeigen waagrecht nach links bzw. rechts, die Unterarme mehr oder weniger senkrecht nach oben. Lassen Sie die Hände entspannt und locker an den Handgelenken hängen. Die Handflächen schauen nach unten, die Finger nach links bzw. rechts zur Seite.

Ziehen Sie mit Hilfe einer leichten Spannungsaktivität im Kopf die Hände mit den Handgelenken an die Schläfen, bis sie diese fast berühren. Das funktioniert ähnlich wie das Heranziehen der Arme an den Körper mit dem "U". Können Sie das Gefühl erzeugen, als würde von Ihren Händen ein Strom von aussen mit an den Kopf herangebracht? Waren Sie so mit Ihrer Energiesäule verbunden, dass dadurch ein Gegenstrom entstanden ist, der trotz der herangezogenen Hand im Kopfbereich eine gefühlsmässige Ausdehnung erzeugt und verhindert hat, dass Sie sich gefühlt haben, als würden Sie eine Ameise imitieren?

Prima! Das ist die Grundlage für das "P"! Wenn es auf Kopfhöhe funktioniert hat, sollte Ihnen dasselbe auch auf Brusthöhe und auf Beckenhöhe gelingen. Probieren Sie es aus!

Die dreistufige "P"-Gebärde
Heben Sie die Arme wie bei der Vorübung nach oben. Spüren Sie mit den Handrücken den Luftzug und den Sie umgebenden Raum. Auf Scheitelhöhe ziehen Sie die Handgelenke an den Kopf heran. Die Hände bringen von aussen einen Strom mit, der sich angenehm anfühlt. Der Gegenstrom erweitert die Aura des Kopfes. Das fühlt sich an, als würde sich der Kopf ausdehnen.

Durch das Heranziehen der Arme verstärkt sich die Spannung in den Armen. Das überträgt sich auf Ihr Körpergefühl und Sie spüren Ihre Energiesäule bis hinunter in die Füsse. Wahrscheinlich spannen sich die Oberschenkel ein wenig an und strecken die Knie, es ist aber auch möglich, dass sie sich beugen - das hängt von der inneren Einstellung ab. Jetzt brauchen Sie die leichte Spannung im Körper nur noch loszulassen. Ihre Energiesäule dehnt sich aus und trägt die Arme weit nach links und rechts, wo sie mit in die Umgebung hinaustastenden Handflächen langsam absinken. Ihr Körper wird frei und Sie scheinen zu wachsen.

  1. Wenn die Arme bis auf Herzhöhe abgesunken sind, wiederholt sich der Vorgang. Sie ziehen die Handgelenke von links und rechts bis fast an die Rippen heran, das intensiviert das Körpergefühl, streckt den Körper und weitet den Brustkorb. Nach einem kurzen Moment des Ankommens lassen Sie die Spannung im Körper los. Das Weitegefühl, das trotz des Hereinziehens der Arme entstanden ist, trägt die Arme auf Herzhöhe wieder hinaus, wo sie langsam weitersinken wie vorher.
  2. Auf der Höhe der Hüften werden die Arme ein drittes Mal "eingefangen". Ziehen Sie Ihr Becken mit etwas Spannung zusammen, sodass die absinkenden Arme umgelenkt und wie von Magneten von links und rechts an die Hüften herangezogen werden. Das Becken fühlt sich trotz des Zusammenziehens weit an. Dann lassen Sie die Spannung im Becken los. Die Energiesäule lässt den Körper noch grösser werden und das Weitegefühl trägt die Hände wieder nach aussen. Dort sinken sie entspannt nach unten und lassen den Abstrom, in dem sie langsam nach unten gesunken sind, in die Erde hinein los.

Das "P" beim Fahren
Gleiten Sie auf langen Pisten mit niedrigem Schwierigkeitsgrad und schöner Naturumgebung langsam dahin. Bilden Sie in Ruhe eine oder mehrere dreistufige "P".

Sprechen Sie mit den drei Stufen der Gebärde Ihr Denken, Fühlen und Wollen an! Bringen Sie mithilfe der in die Umgebung tastenden Arme nacheinander Ihren Kopf, Ihren Herzraum und Ihren Beckenraum in eine empfindende Verbindung mit der Umgebung.

Das "P" ist ein dreifaches grosses Loslassen. Machen Sie das mit dem ganzen Körper. Der Körper holt die Arme herein und er trägt sie wieder hinaus. Lüften Sie - nach und nach, von aussen nach innen, von oben nach unten - den Schleier des Geheimnisses zwischen Ihnen und der Natur. Öffnen Sie sich für das Wesentliche.

Ein langsam gefahrenes "P" erzeugt Ruhe und Gelassenheit. Sie spüren sich dabei selbst als Ganzes. Sie werden eins mit der Natur.

"P"-ersiflagen
Jeder Buchstabe hat seinen Charakter und jeden Charakter kann man überzeichnen. Das "P" eignet sich dafür ganz besonders. Wenn Sie seine Fähigkeit, in eine tastende Beziehung mit der Umgebung zu treten, in den Dienst eines etwas überspitzten Selbstgefühls stellen, kann das sehr fröhlich werden. Sie können mit dem "P"

  • die Federn fliegen lassen,
  • sich etwas Schickes anziehen,
  • eingebildet sein, wie die Schönste auf dem Laufsteg,
  • "Ph, ph, ph, das kann mir gar nichts anhaben!" äussern,
  • übertrieben lässig sein,
  • Stolz ausdrücken.

Probieren Sie Ihre Variante, durchaus auch auf der Piste.

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