Eurythmie auf Skiern - Einleitung 
 
 
   

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Textauszug aus dem Buch "Eurythmie auf Skiern"
gekürzt, o
hne Bilder, Skizzen, Ergänzungen und Literaturangaben

Eurythmie

Der Name
Eurythmie ist ein alter Begriff aus der Bildhauerei und Architektur und bedeutet, dass Teile eines Werkes einen gesetzmässigen Bezug zueinander und zum Ganzen haben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff Eurythmie auf die Tanzkunst erweitert und von Tänzern wie Rudolf von Laban und Suzanne Perrottet oder dem Musiker Émile Jaques-Dalcroze angewendet.

Rudolf Steiner entwickelte ab 1910 eine Eurythmie, in der die Laute der Sprache, die Grammatik, die Stimmungen von Gedichten und die Elemente der Musik in systemisch begründbare Bewegungen umgesetzt wurden. Diese Bewegungslehre arbeitete er als Bühnenkunst aus und brachte sie auch in Pädagogik und Therapie zur Anwendung.

Das Wort Eurythmie stammt aus der griechischen Sprache und besteht aus zwei Teilen: Das Adverb Eu bedeutet gut/wohl und bezeichnet das Allumfassende, die Kraft des Herzens, die Mitte. Es ist dieselbe Vorsilbe wie das Ai von Aikido. Rhythmus bedeutete ursprünglich das Fliessen und kann in unserem Zusammenhang als der lebendige Fluss, die dynamische Verbindung von Gegensätzen verstanden werden.

Die Idee
Beim Sprechen führen Mund und Kehlkopf eine Vielfalt von winzigen, bis ins Detail koordinierten Bewegungen aus. Die dafür nötige Feinsensorik und Feinmotorik wird im Kindesalter entwickelt und geübt. Auch wenn es bei den Mundstellungen und Atemströmungen alle Arten von Übergängen gibt, lassen sich die Grundelemente, die Laute der Sprache, klar unterscheiden und systemisch ordnen.

Die beim Sprechen wirksamen Strukturkräfte sind aber nicht auf den Mundraum beschränkt. In jeder Zelle, in jedem Prozess gibt es so etwas wie ein Strecken, ein Runden, ein Zusammenziehen, ein Schieben, ein Rollen, ein Ankommen, ein Durchlüften, ein Verdichten, ein Durchdringen usw. Diese Vorgänge sind äusserst vielschichtig. Dass wir sie auch für das Sprechen nutzen, ist eigentlich nur ein Nebenprodukt.

Die Laute der Sprache sind so etwas wie die hörbaren Schwingungen von Urkräften. Schon die alten Babylonier und Ägypter wussten, dass ihre Lebensprozesse von solchen Grundprinzipien beeinflusst werden. Sie assoziierten diese Kräfte mit dem sichtbaren Tierkreis und dem Lauf der Planeten, fanden gesetzmässige Beziehungen und wandten diese auf das menschliche Leben an. Die Alchimisten des Mittelalters verbanden die astrologischen Erkenntnisse mit den Eigenschaften der Stoffe und den Vorgängen im menschlichen Körper und wurden zum Vorreiter der modernen Chemie und Medizin.

Mit den Gebärden der Eurythmie versuchen wir, die in den Lauten wirksamen Prozesse sichtbar zu machen. In der Heileurythmie werden die Lautgebärden so gestaltet, dass sie - ähnlich wie beim Skifahren auf der Piste - auf den Menschen zurückwirken und therapeutisch wirksam werden.

Auf der Piste

Tipps für das Skifahren

Technik
Für jede Art von Piste werden Sie eurythmische Gebärden finden, die Sie beim Fahren unterstützen und das Fahrgefühl intensivieren. Manche Buchstaben, wie das "K" oder das scharfe "E", lieben es steil. Andere, wie das "P" oder das "T", schätzen die Weite und das ruhige Gleiten. Wellen können in Verbindung mit Buchstaben sehr interessante Kombinationen ergeben, grosse Buckel sind eher hinderlich. Wählen Sie das Gelände und die Aufgabe so, dass Sie die Hauptkonzentration auf die Eurythmie legen können und das Skifahren nebenbei auch funktioniert. Mit der Zeit verbindet sich beides zu einer Einheit.

Für Eurythmie auf Skiern empfehle ich leichtdrehende Carving-Ski mit kleinem Drehradius. Sie vermitteln einen guten Kontakt zum Boden und können schon die kleinsten Körperbewegungen in Fahrsignale umwandeln.

Weil wir die Eurythmie-Gebärden mit den Armen machen, fahren wir bei der Ski-Eurythmie ohne Stöcke. Dann ist der Arm frei für alle Arten von Bewegungen und Sie können besser in den Energiefluss einer Gebärde hineinspüren. Achten Sie auch auf die Wahl der richtigen Handschuhe. Da die Hände intensiv mitgestalten, werden Sie - solange es nicht zu kalt ist - mit einem Fingerhandschuh aus Wolle ein besseres Gefühl haben als mit Handschuhen, die dick gefüttert und steif sind.

Vorsichtsregeln
Die Ski-Eurythmie-Übungen sind einfach und können dem individuellen Können angepasst werden. Probieren Sie eine Übung zuerst schräg zum Hang oder auf einer flachen Piste, um die Grundkräfte eines Lautes zu entdecken. Erforschen Sie, wie sich die Kräfte in Kurven verhalten, und fahren Sie erst mit der Zeit schneller und auf steilerem Gelände. Wenn Sie sich sicher fühlen, experimentieren Sie mit den Qualitäten eines Lautes auch in der Falllinie. Wichtig ist, dass Sie sich bei dem, was Sie tun, wohlfühlen: Fahren Sie nicht schneller, als es Ihnen guttut, und bringen Sie die Gebärden mit Ihrem Fahrfluss in Einklang.

Was beim Skifahren immer gilt, gilt bei der Ski-Eurythmie ganz besonders: Der Fahrstil ist dem Gelände, dem eigenen Können und dem Verkehr auf der Piste anzupassen. Behalten Sie während einer Übung Ihre Umgebung im Blick, schliesslich müssen Sie auf unerwartete Hindernisse reagieren können. Vor allem wenn Sie eine längere Strecke quer zur Piste fahren, müssen Sie immer wieder nach oben schauen, weil andere Skifahrer die Entfernung zu Ihnen manchmal nicht richtig einschätzen. Fahren Sie nicht bis zum Rand der Piste, sondern drehen Sie schon etwas früher um. Dann können von oben kommende Skifahrer an Ihnen vorbeifahren, ohne von der Piste gedrängt zu werden.

Tipps für die Eurythmie auf Skiern

Wahrnehmen
Bei einer eurythmischen Bewegung lernen Sie, Ihre Bewegung über die Wahrnehmung zu steuern. Das geht, indem Sie die Vorstellung von einer Lautgebärde bewusst und vielschichtig mit Ihrer Köperwahrnehmung verbinden. Wenn Sie das beim Skifahren anwenden, fahren Sie viel entspannter, als wenn Sie versuchen, sich an eine bestimmte Bewegungsabfolge zu erinnern und diese direkt umzusetzen.

Das Gelände, durch das Sie fahren, die Skier und der Schnee gehören mit zur Körperwahrnehmung! Welche Geräusche machen die Skier in den Kurven, beim Fahren auf den Kanten, beim ruhigen Gleiten? Wie ändert sich das Fahrgeräusch auf verschiedenen Pisten, im leichten Pulverschnee, auf harter Unterlage? Woran erinnern Sie diese Geräusche? Hören Sie sogar Buchstaben wie "Sch", "S" oder "Rrrrr"?

Kreativ sein
Die Beschreibungen im Buch und die Fahrszenen in den Videos sind Anregungen für Ihre eigene Kreativität. Von jedem Laut gibt es etliche Versionen, bei jedem kann man experimentieren und neue Varianten finden. Möchten Sie etwas ausprobieren, dann sollten Sie das unbedingt tun. Gerade dadurch fangen Sie an, die Buchstaben in sich, und damit auch sich selbst zu entdecken.

Je nachdem, wie Sie in eine Bewegung hineingehen, ob Sie sich schnell strecken oder ganz langsam, ist die Wirkung anders. Vielleicht gelingt es Ihnen nicht, den Buchstaben oder die Variante so zu machen, wie Sie es im Sinn hatten. Das macht nichts! Wichtig ist nicht, dass immer genau das herauskommt, was Sie sich vorgenommen haben. Wichtig ist, dass Sie den Grund für die Abweichung herausfinden. Gerade an solchen Abweichungen können Sie viel entdecken.

Bei der Eurythmie auf Skiern geht es um ein Skifahren mit wenig Krafteinsatz. Wenn Sie spielerisch und mit Freude unterwegs sind, dann sind Sie offen für das, was gerade passiert. Sie lassen los und die eurythmischen Buchstaben nehmen Ihnen die Arbeit ab. Fast wie im Märchen!

Vergleichen
So wie ein und derselbe Laut ganz verschieden getönt werden kann, so verändert ein eurythmisch ausgeführter Buchstabe seine Eigenschaften beim Fahren je nach Situation. Es ist ein Unterschied, ob man eine Gebärde in der Kurve macht - oder wenn man schräg zum Hang auf den Kanten fährt. Auch ob es steil oder flach ist, verändert das Erlebnis und natürlich auch, ob man einen Laut rhythmisch mit dem Fahren verbindet - oder ob man ihn langsam und unabhängig vom Einsatz der Beine wiederholt.

Was einen Laut trotz aller Variationen zu dem einen bestimmten Laut macht, merken Sie am besten, wenn Sie ihn mit anderen Lauten vergleichen. Vergleichen Sie zum Beispiel das Steigen und Sinken der Arme beim "H" mit dem Steigen und Sinken der Arme beim "L". Was ist das für eine Leichtigkeit, die das "H" im Körper erzeugt, und wie ist es, wenn man sich beim "R" von den Armen mitnehmen lässt? Was ist anders, wenn Sie beim "L" die Arme weit nach links und rechts ausbreiten, und wie ist es beim grossen "E"? Auch wenn es ähnlich aussieht, muss es doch ganz anders sein, sonst wären es ja nicht zwei verschiedene Buchstaben.

Erst wenn Sie die verschiedenen Erlebnisse und Wirkungen vergleichen, lernen Sie die Laute richtig kennen. Lassen Sie sich Zeit dafür und wiederholen Sie die Übungen immer wieder. Sie werden Unterschiede und Feinheiten entdecken, und mit der Zeit werden die Buchstaben anfangen, Ihnen mehr von sich zu erzählen.

Grenzen zum Sprechen bringen
Beim Skifahren entstehen immer wieder Situationen, in denen sich etwas bewährt - oder eben nicht. Machen Sie nicht einfach weiter, wenn Sie bei einer Übung das Gefühl haben, dass Sie sich dabei überfordern. Überlegen Sie sich aber, warum Sie das Gefühl haben, dass Ihnen eine bestimmte Übung nicht liegt.

Passt Ihr Fahrstil vielleicht nicht zu dem Laut, den Sie sich ausgewählt haben? Ist das Gelände nicht geeignet? Oder hat es etwas mit Ihnen persönlich zu tun? Wenn Sie nicht aufgeben und kreativ und mutig bleiben, kann es passieren, dass ein Buchstabe plötzlich sagt: "Jawohl, jetzt hast du mich verstanden, jetzt gebe ich dir meine spezielle Kraft und Sicherheit!"

Als Team unterwegs
Gehen Sie mit Ihren Freunden auf die Piste, um die Eurythmie auf Skiern gemeinsam ausprobieren und entdecken können. In unseren Kursen sind die Teilnehmer nach dem Ausprobieren einer neuen Aufgabe oft lachend am Treffpunkt angekommen und haben sich begeistert über ihre Entdeckungen ausgetauscht. Vom gegenseitigen Feedback profitieren alle Seiten.

Mitsprechen?
In der Eurythmie versucht man, die Energie des Lautes in den Körper, in die Bewegung zu bekommen und nicht in die Luft. Darum spricht man, wenn man die Gebärden der Laute macht, normalerweise nicht mit.

Beim Skifahren werden die Körperaktivität beim Fahren und die Gebärden der Eurythmie eine Einheit. Beim schnellen, rhythmischen Fahren können Sie fast nicht vermeiden, dass Sie zusätzlich zur Gebärde manchmal auch den Buchstaben tönen. Bei mir geschieht das hin und wieder beim "B" und beim "K".

Trotzdem: Vermeiden Sie das Mitsprechen, wo es geht, und wenn es doch geschieht, passen Sie bitte auf, dass es Sie nicht schwächt.

Warum auf Skiern?

Drinnen oder draussen
Wenn man Eurythmie im Raum macht, versucht man normalerweise, sich in die Welt der eurythmischen Bewegungen hineinzuleben und künstlerische und geistige Inhalte zum Ausdruck zu bringen. In der Natur - in frischer Luft und eindrucksvoller Umgebung - wird man versuchen, mit dem, was einen umgibt, in Resonanz zu kommen und sich von diesem Wechselspiel beeindrucken zu lassen.

Bei der Eurythmie auf Skiern werden Körperbeherrschung, Fahrtechnik und der Kraftaustausch zwischen der Piste und dem Fahrer genauso wichtig wie die Eurythmiegebärden der Arme. Wenn Sie die Gebärden mit der Dynamik des Fahrens verbinden, erleben Sie die Eurythmie als Kraftpotential im eigenen Körper. Sie lernen, die Eurythmie im eigenen Körper zu aktivieren, die Gebärden dynamisch zu gestalten und sich überraschen zu lassen.

Mit Geist und Körper unterwegs
Beim Skifahren macht man sich normalerweise nicht viele Gedanken. Man zieht los und geniesst, was der Körper kann. Man spürt seine Kraft, seine Geschicklichkeit, seinen Rhythmus. Man führt einen wortlosen Dialog mit dem Körper und fühlt sich gut dabei.

Aber geben Sie den Prinzipien, die fortwährend im Körper zusammenwirken, doch einmal die Gelegenheit, ihr eigenes Wesen zu offenbaren. Der Körper wartet darauf, dass wir anklopfen, mit ihm kommunizieren und uns auch für die Dinge interessieren, die Aufmerksamkeit brauchen, damit sie sich zeigen. So wie jeder Mensch es mag, wenn er sich verstanden fühlt, so wollen auch diese Kräfte verstanden sein. Sie blühen auf und es beginnt ein Dialog mit Urkräften, die normalerweise still und bescheiden im Körper wirken.

Laden Sie das "I" ein, sich zu entfalten. Beginnen Sie, sich langsam zu strecken und helfen Sie dem "I" dabei, dass es sich mit einbringen und von innen her Ihr Körpergefühl und Ihre Fahrdynamik verändern kann. Tasten Sie sich an das "O" heran, begegnen Sie ihm mit einer runden Form der Arme und lassen Sie es da "hineinschlüpfen". Sie werden merken, dass das "O" keine abstrakte, symbolische Form ist, sondern eine Energie, mit der Sie steuern können.

Schönheit und Vollkommenheit
Einmal düsten Monika und ich einen Ziehweg in einem Wald entlang. Monika fuhr hinter mir, es war ein bisschen neblig, die Sonne schimmerte hindurch und ich machte das "L". Danach kam Monika zu mir und sagte: "War das schön, war das schön!"

Wenn Kursteilnehmer beim vereinbarten Treffpunkt ankamen und dabei die Bewegungen eines Buchstabens übten, habe ich immer wieder erlebt, dass auch ich spontan rief: "Ist das schön!" Ein Kursteilnehmer sagte mir einmal, für ihn sei es berührend, den anderen zuzuschauen. Es sei so, wie wenn ein Kind etwas entdecke.

So etwas passiert bei einem normalen Eurythmiekurs in der Regel nicht. Dass beim Skifahren irgendetwas anders ist, war eine wichtige Erkenntnis. Irgendetwas kommt da dazu!

Der Lerneffekt
Einige unserer Kursteilnehmer erinnerten sich daran, dass sie die Gebärden der meisten Buchstaben zwar schon in dem einen oder anderen Eurythmiekurs gelernt, sie aber danach schnell wieder vergessen hatten. Beim Skifahren hingegen hätten sich die Gebärden wie von selbst schnell und dauerhaft eingeprägt.

Wir haben dann darüber diskutiert, was die Gründe dafür sein könnten. Eine Vermutung war, dass man im Freien aufnahmefähigerer sei, weil die frische Luft dafür sorge, dass die Durchblutung des Körpers und des Gehirns angeregt werde. Auch würden im Freien die Kräfte der Natur und des Kosmos stärker mit einbezogen als im geschlossenen Raum. Zudem schaue man beim normalen Eurythmie-Unterricht meistens zum Kursleiter und sei dadurch gar nicht richtig bei sich. Das ginge beim Skifahren nicht, da sei man eigenverantwortlich unterwegs.

Ich sehe den Vorteil von Eurythmie auf Skiern auch darin, dass einem die Skier und das Gelände fortwährend einen Strich durch die Rechnung machen. Sie müssen Ihr Fahren und Ihre Gebärden ständig neu aufeinander abstimmen und eine Menge koordinieren, damit Sie nicht stürzen. Auf der anderen Seite haben Sie jede Menge Erlebnisse, Freude und Spass. All das hilft Ihnen, sich die Gebärden nicht nur schneller, sondern auch lebhafter und nachhaltiger einzuprägen.

Wie lustvoll ist Ski-Eurythmie?

Einswerden mit der Welt
Es ist ein tolles Gefühl, einfach so dahinzubrausen, voll im Körper zu sein, auf den Kanten Kurven zu ziehen und mal so richtig Druck auf den Skiern zu haben. Wenn ich die Landschaft um mich herum wie einen unendlich grossen Menschen erlebe, dann fahre ich die Piste hinunter, als wäre ich mein eigenes kleines Blutkörperchen. Ich schwinge im Rhythmus der Piste, spüre meine Kraft, fühle mich geerdet und gehe auch mal mit Freude an meine Grenzen. Wir leben nicht nur in unserem Körper, wir leben in der ganzen uns umgebenden Welt!

Das Skifahren aktiviert alle Ressourcen des Körpers, man ist mit allen Sinnen dabei und wird zum Teil des Ganzen. Body und Mind, Körper und Geist, sind wie von selbst vereint. Das fühlt sich gut an. Skifahren ist ein Genuss mit allen Sinnen.

Aufwachen für die Welt
Weil das Skifahren so schön und so befriedigend ist, muss man sich schon ein bisschen überwinden, dabei Eurythmie zu machen. Zum Geniesser kommt der Wissenschaftler dazu. Er schaut auf Zusammenhänge, die normalerweise im Hintergrund bleiben, nimmt sie auseinander und experimentiert mit den einzelnen Phänomenen wie unter einem Vergrösserungsglas.

Aber auch dann sind Sie mit allen Sinnen bei der Sache. Sie stellen sich Aufgaben, bei denen der Körper anders eingesetzt und beansprucht wird als sonst, und Sie erweitern Ihre innere Wahrnehmung. Diese Art von Sinnlichkeit fühlt sich anders an als beim einfachen Drauflosfahren. Sie ist irgendwie selbstloser. Der Körper mag diese Beachtung, es macht ihm Freude.

In unseren Kursen machen wir an einem Tag fünf Stunden Eurythmie auf der Piste. Bei jeder Abfahrt gibt es etwas Neues zum Ausprobieren. Man bekommt Denkanstösse und experimentiert damit. Wir spüren Urkräften nach, die in jeder Zelle des Körpers wirken. Das macht es spannend und erlebnisreich. Zwischen Geist und Körper entsteht ein Spiel von Geben und Nehmen, Sich-Verstecken und Zeigen, Anregen und Beruhigen. Mal berührend, mal freudig, mal lustvoll.

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